Ensys: Das Wünschenswerte wird zum Machbaren
Vor zehn Jahren startete der Dienstleister Ensys mit zwei, dann fünf Mitarbeitern. Heute zählt das Team um Alfred Steiof über 60 Köpfe. Energieeffizienz ist ihr Anliegen.
Wo es um Energieverbrauch, Energieeffizienz und Klimaschutz geht, ist die Immobilienwirtschaft, "die Branche, die sich am stärksten herausgefordert sieht". Ihr komme eine Schlüsselrolle zu, sagt Ensys-Chef Steiof. Das Frankfurter Unternehmen, das als Stromversorger und Energiedienstleister unterwegs ist, zählt bekannte Branchenadressen zu seinen Kunden. Im Bereich Gewerbeimmobilien betreut man bundesweit das Portfolio von Generali Deutschland. Aus der Wohnungswirtschaft ist Gagfah zu nennen. Und im stark vertretenen Segment der Einzelhändler steht Ensys beispielsweise Deichmann, Nordsee oder den dm-Drogeriemärkten zur Seite.
Man sei Spezialist für Multisite-Kunden, unterstreicht Rudolf Laubinger, Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Ensys Solutions. Die Immobilienwirtschaft gilt den Frankfurtern als komplexes Multisite-Segment. Gerade bei weitläufig verteilten Portfolios wollen Steiof, Laubinger & Co. ihre Stärke ausspielen: Bündelung bei Einkauf und Bezug sowie Effizienzsteigerung bei Verbrauch und Nutzung. Hinzu kommt die Automatisierung der Mess- und Abrechnungsprozesse. Über allem thront das Transparenz-Gebot. Beim generellen Strompreis selbst gebe es kaum Einsparpotenziale ("Energie wird auf Dauer teurer statt billiger"), und das vermieterseitige bloße Durchreichen höherer Kosten sei "unsinnig".
Im Ergebnis der Deregulierung, der politisch gewollten Energiesparzwänge und technologischer Neuerungen hätten die Endnutzer "endlich mehr Einfluss auf den Energieverbrauch". Wie sagt Laubinger: "Der Kunde kann aktiv werden und selbst steuern." Sein Chef ergänzt: "Wirtschaftlich vernünftige und gleichzeitig nachhaltige Lösungen für den Kunden werden machbar."
Wir sprechen über Smart Metering, "dumme Zähler", Contractingmodelle, die Nutzung von Dächern für Solaranlagen, Blockheizkraftwerke usw. usf. Steiof und Laubinger sind keine Hurra-Schreier. Sie verschweigen nicht, dass mit machen Projekten "Unwägbarkeiten und großes Risiko" verbunden sind, oder dass "riesiger interner Aufwand" betrieben werden muss, um den unzähligen Vorgaben und dem dynamischen Marktgeschehen gerecht zu werden. Ihr Credo lautet: "Das Wünschenswerte herunterbrechen auf machbare Lösungen." Und machbar ist vieles.
Bei Ensys verweist man auf den "gesetzgeberisch aufgezwungenen Optimierungsbedarf". Vor diesem Hintergrund müsse sich die Immobilienwirtschaft entscheiden: das umfangreiche Know-how selbst aufbauen oder verlässliche Partner engagieren. Wer geht diesbezüglich voran, wer hinkt hinterher? So einfach sei die Zuordnung nicht. Doch der Einzelhandel "ist relativ weit", kennt sich aus mit Leerstandszeiten, Expansionsvorhaben, Umbaumaßnahmen – und den Konsequenzen für den Bezug und Verbrauch von Energie. In der Wohnungswirtschaft sei dies noch nicht Allgemeingut, wenngleich die Erfassung der Verbräuche und die Kostentransparenz "extrem wichtig" ist. Dass sich in vielen Sektoren der Immobilienwirtschaft etwas tut, hat für Steiof auch die jüngste Expo Real gezeigt.
350 Single- und Multisite-Kunden mit rund 14.000 Abnahmestellen werden von den Frankfurtern betreut. 2007 hatte Ensys 309 Mio. Euro umgesetzt, im vergangenen Jahr waren es 339 Mio. Euro. "Es werden mehr", glaubt Steiof, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. "Das Geschäft hat wieder angezogen."